EXPOFORMER

Die Ausrichtung auf das Zielpublikum

Es sollte selbstverständlich sein, dass der Messestand in seiner Gestaltung und in seiner Botschaft auf das Zielpublikum ausgerichtet ist. Eine erfolgreiche Messestandgestaltung hängt im Wesentlichen von folgenden Punkten ab:

  1. Der Messestand soll die Suchbedürfnisse der Besucher auf den ersten Blick widerspiegeln
  2. Er muss die Besucher mit einer kernigen Botschaft in seinen Bann ziehen
  3. Das Image der ausstellenden Firma muss zwingend in Formen- und Bildsprache mit der Unternehmensidentität übereinstimmen
  4. Die Originalität und die Eigenständigkeitsmerkmale der Produkte und Lösungen sollen eindeutig erkennbar sein

Was passiert in der Praxis? Diese Frage können sich alle stellen, die mit offenen Augen und mit diesen vier Aspekten im Kopf gezielt durch eine Messe gehen.
Was kann da zu 80 Prozent beobachtet werden? Ganz eindeutig das Gegenteil von dem, was man eigentlich erwartet (ausgenommen die mit viel Aufwand inszenierten „Designstandbauten“ der grossen Firmen und Marken).

Viele Unternehmen gestalten ihre wichtigste Plattform (leider) immer noch nach dem Grundsatz: Stelle alles aus, was Du zu bieten hast und schreibe das auch gleich noch in langen erklärenden Texten an die Wand. Weit weg von einer kernigen und bleibenden Botschaft und weit weg von den Suchbedürfnissen der Besucher. Besucher wollen in erster Linie Produkt- und Dienstleistungsinformationen erhalten. Und das möglichst von innovativen, neuen Lösungen. Wer opfert denn heute noch seine Zeit, um längst bekannte Angebote der Lieferanten an der Messe anzuschauen? Fragt sich nur, wie man den Messestand gestalten soll, um gezielt in das Herz der Interessenten zu treffen.

Folgendes hat sich in der Praxis bewährt:

  1. Zuerst sollte man sich Gedanken darüber machen, was das Publikum vom Aussteller erwartet. Welche Motivationen haben die Besucher und warum wird die Messe grundsätzlich besucht? Die Antwort darauf lautet gemäss Studienresultat fast immer: Innovative Produkte und Lösungen finden!
  2. Danach rückt folgende Frage in Zentrum: Welches ist das limbische Profil der Zielgruppen? Verschiedene Berufsgruppen werden durch verschiedene Argumente angezogen. Einen Marketeer kann man mit innovativer Technik begeistern, wie zum Beispiel im Moment durch das Nutzen eines Ipads oder eines Multitouch-Tisches für Präsentationen. CEOs sprechen mehr auf dominante, statusimplizierende Designs an, während Pflegepersonal oder Lehrer mehr auf naturnahe Botschaften, Materialien und Formen stehen. Mehr zu diesem Thema erfährt man im spannenden Longseller von Hans-Georg Häusel, „Think Limbic“.
  3. Jetzt geht es darum, einen Messestand zu planen, der genau und passend mit den zwei ersten Punkten harmoniert. Dabei soll auch Folgendes berücksichtigt werden:
    • Reduktion auf das Wesentliche (eine Innovation anstelle vieler Produkte)
    • Reduktion des Textes auf eine Hauptbotschaft und maximal drei Kundennutzen
    • Hier empfiehlt es sich auch, mit implizierenden Fragen zu arbeiten. Fragen also, welche den Besucher nach einer Antwort suchen lassen und einen Impuls geben, damit er mit Ihnen spricht
    • Durchdachter Einsatz von Materialien, Farben und Formen, welche zur Unternehmung passen und deren Bild widerspiegeln
    • Einsatz von emotionalen (Gross-)Bildwelten. Bilder transportieren Botschaften überzeugender als Texte

Bei der Messestandgestaltung und der Ausrichtung auf das Zielpublikum gilt der altbewährte Grundsatz: Weniger ist tatsächlich mehr! Zudem kostet weniger auch weniger und schont das Budget, was sicher auch ganz interessant sein dürfte.

Ich wünsche Ihnen viel Spass bei der Umsetzung Ihrer künftigen Auftritte und stehe Ihnen natürlich bei der Planung und weiteren Fragen zu diesem Thema gerne zur Verfügung.

Ihr EXPOtuner