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Smalltalk: Wie steige ich elegant aus einem Gespräch wieder aus?

Wie steige ich elegant aus einem Gespräch wieder aus? Closing – wie aussteigen, wenn Sie lediglich das Gespräch, nicht aber die neu aufgebaute Beziehung beenden wollen?

Der Ausstieg ist mindestens so entscheidend wie der Gesprächseinstieg, denn der letzte Eindruck entscheidet über das Gefühl, das Sie beim anderen hinterlassen. Denn erst nach Beendigung eines Gesprächs lässt man die Begegnung gedanklich nochmals Revue passieren, und der letzte Moment bleibt übermächtig im Gehirn haften.

Der richtige Zeitpunkt

Ein Gespräch soll mindestens 4 Minuten dauern, damit man niemanden durch die Kurzangebundenheit beleidigt. Wenn Sie ein Gespräch vorzeitig abbrechen, kann bei Ihrem Gegenüber leicht das Gefühl aufkommen, Sie hätten ihm nicht mal eine Chance gegeben, sich zu präsentieren. Es gibt keine allgemeingültige Regel, wie viel Zeit man für Small Talk einsetzen soll. Einige ungeschriebene Gesetze empfehlen, in der Business-Situation 10 bis 15 Prozent einer Besprechung dem Small Talk zu widmen – dann leitet der Gastgeber zum Business Talk über. In gesellschaftlichen Situationen empfiehlt es sich, 5 bis 15 Minuten in einem Gespräch zu bleiben und danach den Gesprächspartner zu wechseln. Im Idealfall spricht jeder mit jedem (was in der Praxis kaum der Fall ist.)

Signale beachten

Oft ergibt sich ein idealer Zeitpunkt für den Ausstieg von selbst: Das Thema ist erschöpft, es gibt eine Gesprächspause, jemand wird einsilbig oder nickt ungeduldig. Auch körpersprachlich erhalten wir Signale: ein unsteter, wandelnder Blick, körperliche Abwendung, Griff nach der Handtasche – aufmerksame Gesprächspartner merken von selbst, wenn sich das Gegenüber ausklinken will.

Wie werde ich Klammerer los?

Wenn beide die Begegnung gleichzeitig als beendet betrachten, fällt der Ausstieg relativ leicht. Was aber, wenn ich an einen Klammerer gerate, der froh ist, jemanden zum Reden gefunden zu haben, und auch nicht mehr weiterziehen will? Demonstratives Desinteresse (Augenrollen, SMS checken, Blick zur Uhr) oder falsche Versprechungen («Ich bin gleich wieder da.» «Ich muss nur kurz ein Telefonat erledigen.» usw.), um dann einfach zu verschwinden, sind nicht die feine Art. Erstens lügen Sie das Gegenüber bewusst an und riskieren zudem, dass Ihr Gesprächspartner das Versprechen ernst nimmt und Sie sucht, um das Gespräch fortzusetzen. Es ist also in jedem Fall besser, unmissverständlich auszudrücken, dass Sie dieses Gespräch beenden wollen:

«Ich möchte auch noch weitere Leute begrüssen. Ich wünsche Ihnen viel Spass. Auf Wiedersehen.»

«Ich hatte noch gar keine Gelegenheit, die Gastgeber zu begrüssen. Bitte entschuldigen Sie mich.»

«Bevor wir uns verabschieden, möchte ich Sie gerne einer Bekannten vorstellen.»

Verabschieden, leicht gemacht

  1. Drücken Sie körpersprachlich aus, dass Sie jetzt weitergehen möchten, indem Sie sich leicht abwenden oder die Mappe unter den Arm klemmen. Vermeiden Sie Zeichen von Ungeduld (unsteter Blick, Blick zur Uhr oder aufs Handy), während Ihr Gegenüber noch erzählt.
  2. Fassen Sie das besprochene Thema kurz zusammen.
  3. Bedanken Sie sich für eine Information oder einen Tipp – aber nicht für das Gespräch.
  4. Sprechen Sie das Gegenüber zum Schluss namentlich an.
  5. Schenken Sie dem Gegenüber nochmals die volle Aufmerksamkeit. Mit einem Lächeln und offenem Blick bleiben Sie in guter Erinnerung.
  6. Verzichten Sie auf peinliche Floskeln wie «Man sieht sich». Wenn Sie das Gespräch zu einem späteren Zeitpunkt weiterführen wollen, dann bieten Sie Anknüpfungspunkte.
  7. Unterbrechen Sie Vielredner, indem Sie sie namentlich ansprechen und eine geschlossene Frage stellen.
  8. Drücken Sie Ihr Bedürfnis nach Beendigung des Gesprächs aus, ohne sich dafür zu entschuldigen. Sagen Sie klar, was Sie jetzt tun werden: «Ich gehe jetzt zu meinem Team zurück.» «Ich möchte noch weitere Gäste begrüssen.» «Es hat mich gefreut, Sie kennen zu lernen, und ich wünsche Ihnen weiterhin viel Spass.»

Dies ist ein Gastblog von Simone Hensch, Imageberatung für erfolgreiche Kundenbeziehungen, The Style Connection, Website