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Diese Messebau-Strategien sind zum Scheitern verurteilt

Dossier Messebau: In den letzten 15 Jahren durfte ich mit den verschiedensten Firmen, Branchen, Marketingteams und mit interessanten Menschen Konzepte für deren Messebau und ihre Messen entwickeln. Dabei erhielt ich einen wundervollen Einblick in einige wirklich sehr erfolgreiche Messestrategien. Natürlich habe ich auch anderes gesehen und erfahren. Aufgrund dieser Erfahrungen möchte ich mit Ihnen einige der grössten Fehlstrategien oder Fehleinschätzungen teilen, die man auf Messen und Ausstellungen begehen kann.

Fehlende Planung: Ja, wir haben meistens keine Zeit und einen Haufen andere Dinge zu tun, als uns auf die Messe zu konzentrieren. Wenn wir uns aber nicht wenigstens sechs Monate vor dem Event an die Planung setzen, ist das Vorhaben „Messe“ meistens schon zum Scheitern verurteilt.

Geiz-ist-geil-Strategie: Sie sparen 100 Franken hier und 200 Franken da? Sie fokussieren mehr auf den Preis als auf die gesamte Investition „Messe“? Dann lassen Sie die Teilnahme besser sein. Messen sind teuer und wirksam. Schlechte Auftritte machen mehr kaputt, als sie bringen.

Fehlendes Messemarketing: Die Aktivitäten vor, während und nach der Messe sind zentral für den Erfolg. Der rote Faden muss minutiös durch den ganzen Event geplant werden, damit der Auftritt gelingt.

Schlechte Grafiken: Sie können nicht NICHT kommunizieren. Insbesondere qualitativ schlechte Grafiken und offensichtliche Billig-Bilder aus den einschlägigen Galerien wirken sich negativ auf Ihre Marke und Ihr Image aus.

Alte Messe-Systeme: Noch schlechter als schlechte Grafiken sind alte und baufällige Messebau-Systeme. Wie soll man qualitativ hochwertige Produkte oder Dienstleistungen ernst nehmen, wenn alles wackelt und rüttelt?

Selbst gebastelte Photoshop-Grafiken: Gute Grafiker haben ihren Job von der Pike auf gelernt. Das sieht man beim Resultat. Nebenbei gesagt: Es gibt auch gute und günstige Fachleute, zum Beispiel bei uns.

Zu viel Botschaft: Niemand liest mehr gerne auf Messen. Botschaften sollen als Einzeiler auf Messewänden platziert werden. Mehr braucht es nicht.

Fehlende Innovation: Besucher gehen vor allem an die Messe, um Neues zu sehen. Produkte, die seit zehn Jahren im Sortiment sind, sollten zu Hause bleiben.

Kontakte für den Mülleimer: Gemäss CEIR.org wandern 79 Prozent aller Kontakte auf Messen in den Kübel. Das schockiert doch, oder?

Fehlende Zielsetzungen: nicht neu in diesem Blog, aber einer der massgeblichen Faktoren. Wenn das Ziel lautet: „Mal schauen, was passiert“, dann wird genau das erreicht – es wird geschaut, was passiert.

Keine Erfolgskontrolle: Wann sind die Ziele erreicht? Dann, wenn das ursprüngliche Wunschdenken (Ist = Soll) erfüllt ist. Wenn die Resultate nicht kontrolliert werden, kann man sich auch die Zielsetzung und am besten gleich die ganze Messe sparen.

Falsche Messefläche: Man kann keinen „Begegnungsstand“ mit zehn Produktstationen und fünf Sitzgelegenheiten auf 24 Quadratmeter Fläche aufbauen. Reduktion auf das Wesentliche und Konzentration auf die Fläche sind gefragt.

Messetraining, nein danke: Die meisten Unternehmen (ca. 92%) verzichten auf Messetraining für die Crew. Das merkt man leider allzu oft. Training steigert die Motivation, das Selbstvertrauen und die mentale Stärke der Standcrew.

Fehlbesetzung am Stand: Nein, die gute Fee (die haben wir doch alle im Geschäft) eignet sich nicht, um die Messebesucher direkt im Hallengang anzusprechen. Nicht in hundert Jahren wird sie das können (und vor allem wollen).

Mangelndes Teamwork: Verkäufer beklagen sich über die qualitativ schwachen Kontakte aus dem Marketing – das Marketing klagt über faule Verkäufer, die nicht gut und sauber nachfassen. Hier gilt: Akzeptiere, dass es so ist. Aber für die Messe ist es sehr ratsam, zusammenzuspannen und miteinander zu arbeiten (gilt natürlich auch für das normale Leben).

Zuhören als Glücksfall: Stopp mit Blabla. Wer fragt, der führt im Gespräch, und wer obendrein noch gescheite Fragen stellt und bei den Antworten genau hinhört, gewinnt das Spiel.

Vergessen zu feiern: Jeder noch so kleine Messeerfolg sollte gefeiert werden. Die Feier ist Anerkennung für die harten Tag des Einsatzes und motiviert alle, weiterzumachen.

Wie eingangs erwähnt, kenne ich sehr viele Unternehmen, die gerade die obengenannten Punkte und Strategien im positiven Sinne und in Kombination anwenden. Diese Unternehmen sind sehr erfolgreich auf Messen und letztlich auch im jeweiligen Markt.